Studium Generale HSPF – Düzen Tekkal: „Werte in Gefahr – wie extremistisches Denken unsere...“

Studium Generale HSPF – Düzen Tekkal: „Werte in Gefahr – wie extremistisches Denken unsere...“

Kurze Zusammenfassung

Das Video ist ein Vortrag von Düzen Tekkal über die Gefahren für die Demokratie durch extremistisches Denken. Sie betont, wie wichtig es ist, im Gespräch zu bleiben, die eigenen Werte zu verteidigen und sich gegen Hass und Entmenschlichung zu stellen. Tekkal diskutiert die Rolle von Rechtsextremismus, religiösem Extremismus und die Notwendigkeit, die Erinnerungskultur in einer postmigrantischen Gesellschaft neu zu bewerten. Sie ermutigt zu Zivilcourage, Empathie und dem Abbau von Polarisierung, um das Vertrauen in die Demokratie wiederherzustellen.

  • Demokratie lebt vom Gespräch und Austausch.
  • Extremistisches Denken bedroht die Demokratie.
  • Erinnerungskultur muss in einer postmigrantischen Gesellschaft neu bewertet werden.
  • Zivilcourage und Empathie sind entscheidend.

Begrüßung und Einleitung [29:13]

Der Moderator eröffnet die Veranstaltung und berichtet von Initiativen zur Demokratieförderung, wie dem Demokratiezug in Kassel und Aktionen zur langen Nacht der Demokratie in Pforzheim. Er stellt den internationalen Forzheimer Friedenspreis der Initiative Zusammenhalten Forzheim vor, der zivilgesellschaftliches Engagement für Dialog, Frieden und Zusammenhalt würdigt. Die Preisträgerin von 2025, Düzen Tekkal, wird als Menschenrechtsaktivistin, Sozialunternehmerin und Autorin vorgestellt, die sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Chancengerechtigkeit einsetzt.

Düzen Tekkals Dankesworte und Einführung ins Thema [35:30]

Düzen Tekkal bedankt sich für die Einladung und die Auszeichnung durch die Stadt Pforzheim. Sie betont, dass es in der aktuellen weltpolitischen Lage schwierig ist, Freude offen zu zeigen, und dankt dem Publikum für sein zahlreiches Erscheinen. Tekkal erklärt, dass sie aus persönlichen Erfahrungen schöpft und dass es wichtig ist, politische Positionen zu beziehen, auch wenn dies Konsequenzen haben kann. Sie stellt die These auf, dass Demokratie stirbt, wenn nicht mehr gesprochen wird, und dass eine Verachtung für Freiheit und Demokratie um sich greift.

Werte in Gefahr und die Bedrohung durch Extremismus [38:58]

Tekkal erläutert, dass die weltweiten Krisen sich internationalisiert haben und Auswirkungen auf Deutschland haben. Sie fragt, wie Deutschland heutzutage definiert wird und wie das Grundgesetz, das die Würde des Menschen für unantastbar erklärt, in der Gesellschaft umgesetzt wird. Tekkal stellt fest, dass in Gesellschaften, die Freiheit durch Vorkämpfer erkämpft haben, diese Freiheit plötzlich wieder in Abrede gestellt wird. Sie spricht über die Gefahr, dass Sündenböcke kreiert und entmenschlicht werden, und verweist auf den Völkermord an den Jesiden als Beispiel dafür, was Menschen Menschen antun können.

Die bösen Zwillinge: Rechtsextremismus und religiöser Extremismus [42:00]

Tekkal definiert die "bösen Zwillinge" als Rechtsextremismus und Rassismus, über die zu wenig gesprochen wird. Sie kritisiert, dass die liberale Mitte, konservative und linke Stimmen damit beschäftigt sind, sich gegenseitig zu bekämpfen, anstatt gemeinsam gegen Extremismus vorzugehen. Tekkal betont, dass das Fühlen das Denken ersetzt hat und dass es nicht mehr darum geht, die Wahrheit zu sagen, sondern die eigene Wahrheit zu bestätigen. Sie kritisiert, dass große Teile der Gesellschaft übersehen wurden und dass die Erinnerungs- und Gedächtniskultur nicht ausreichend vermittelt wird.

Herausforderungen und Konsequenzen der Schweigespirale [45:37]

Tekkal spricht über die Schweigespirale und die Angst, sich zu äußern, weil dies Konsequenzen haben könnte. Sie betont, dass es wichtig ist, sich einzumischen und das, was man einordnet, zu verbalisieren. Tekkal erklärt, dass Menschen mit Fluchthintergrund Mehrfachbelastungen haben und dass die Fragen nach Erinnerungs- und Gedächtniskultur in einer postmigrantischen Gesellschaft neu aufgeworfen werden müssen. Sie kritisiert, dass Genozide nicht verhindert werden konnten und dass die Opfer religiöser Extremisten in Abschiebegefängnisse gesteckt werden.

Erkenntnisse aus Kriegsgebieten und die Rolle der Radikalisierung [48:54]

Tekkal betont, dass sie sich in ihrer Arbeit nicht erlauben kann, schwarz oder weiß zu sehen, und dass sie gesehen hat, wie Muslime Islamisten bekämpft haben. Sie kritisiert die Pauschalisierung und Generalisierung von Menschengruppen und betont, dass Antisemitismus ein weltweites Phänomen ist. Tekkal fordert, die Lehrpläne zu überdenken und die Diversität der Gesellschaft zu berücksichtigen. Sie betont, dass im Internet eine digitale Tötungsabsicht herrscht und dass die Schweigespirale dazu führt, dass die Deutungshoheit übernommen wird.

Informationskrieg und Vertrauensverlust [51:23]

Tekkal erklärt, dass wir uns in einem Informationskrieg befinden und dass Narrative aus verschiedenen Ländern übernommen werden, ohne die Notwendigkeit einer Regulierung zu erkennen. Sie kritisiert, dass soziale Plattformen wie TikTok und Instagram einen Kampf der Kulturen fördern. Tekkal betont, dass wir große Teile der Gesellschaft verlieren, insbesondere die jüngere Generation, und dass wir uns fragen müssen, was wir versäumt haben. Sie fordert Lösungsansätze und betont, dass die AfD in einigen Bundesländern große Umfrageergebnisse erzielt hat.

Angriffe auf Werte und die Notwendigkeit des Handelns [53:07]

Tekkal betont, dass unsere Werte von mehreren Seiten angegriffen werden und dass es wichtig ist, den Rechtsextremismus, religiösen Extremismus und Linksextremismus zu erkennen. Sie warnt davor, diese gleichzusetzen, da die Zahlenverhältnisse unterschiedlich sind. Tekkal fragt, wie eine absolute Mehrheit der AfD bei den nächsten Wahlen verhindert werden kann und dass der Diskurs völlig neu überdacht werden muss. Sie betont, dass die Genoziderfahrung von Minderheiten eine Ehrlichkeit entstehen lässt, die sie sich manchmal nicht gewünscht hätte.

Extremismus und die Rolle der Religion [54:55]

Tekkal betont, dass religiöser Extremismus nicht mit der Religion an sich verwechselt werden darf, da dies der AfD in die Hände spielen würde. Sie erklärt, dass die Täter die Religion zur Nutze gemacht haben, um zu agitieren, aber die Religion nicht der Grund war. Tekkal spricht über den universalisierten Wutbürger und betont, dass blinder Aktionismus eine Antwort auf Ohnmacht ist. Sie erklärt, dass Wut kanalisiert werden muss, um extremistisches Denken zu verhindern.

Gleichzeitigkeiten aushalten und rote Linien definieren [56:33]

Tekkal betont, dass es anstrengend ist, die Gleichzeitigkeiten auszuhalten, in denen wir uns befinden, und dass eine Politisierung in einer Geschwindigkeit stattgefunden hat, wo Antworten fehlen. Sie fordert, über den christlichen Tellerrand hinauszuschauen und zu fragen, was es bedeutet, den Fremden nicht zu bedrücken. Tekkal betont, dass es keine Toleranz der Intoleranz geben darf und dass es wichtig ist, gemeinsame rote Linien zu definieren. Sie fragt, wann wir uns freiwillig für Unfreiheit entschieden haben und dies auch noch glauben.

Backlash vom Patriarchat und die Situation von Frauen [57:33]

Tekkal spricht über den Backlash vom Patriarchat und die Beschneidung von Frauenrechten. Sie erinnert an die mutigen Frauen aus dem Iran und die Ortskräfte, die im Stich gelassen wurden. Tekkal kritisiert, dass mit der Talibanregierung verhandelt wird, wer abgeschoben wird und wer nicht. Sie betont, dass dasselbe für Opfer der islamischen Republik gilt, die vor Unrechts- und Unterdrückungsregimen fliehen. Tekkal fordert Maßnahmen gegen Hassrede, Fake News und Desinformationskampagnen.

Mehrfachwahrheiten und die Notwendigkeit von Empathie [59:39]

Tekkal betont, dass Mehrfachwahrheiten ausgehalten werden müssen und nebeneinander bestehen können. Sie erklärt, dass es ihr nicht um ihre Wahrheit geht, sondern darum, dass Menschen im Schmerz sitzen und es trotzdem gelingen muss, Lösungsansätze zu finden. Tekkal erinnert an das Gefühl von 2014, als es zu dem Völkermord kam, und dass an der Front Deutsch gesprochen wurde. Sie erklärt, dass die Kämpfer sich in Europa radikalisiert haben und dass der Extremismus nicht nur aus den Herkunftsregionen kommt.

Sicherheitsgefühl und die Rolle der Minderheiten [1:01:18]

Tekkal betont, dass jedweder Extremismus dezentral organisiert ist und dass wir nicht die Insel der Seligen sind. Sie warnt davor, dass sich die Situation noch verschlimmert und dass wir genau hier ansetzen müssen. Tekkal erklärt, dass Minderheiten die Kanarienvögel in der Silbermine sind und dass das, was mit ihnen passiert, irgendwann alle betrifft. Sie kritisiert den Opportunismus der letzten Monate und betont, dass junge Menschen nach Antworten ringen und auf der richtigen Seite stehen wollen.

Entmenschlichung im Namen der Menschlichkeit und die Rolle der Regierung [1:02:38]

Tekkal kritisiert, dass im Namen der Menschlichkeit entmenschlicht wird und erinnert an Putin, der als Kriegsverbrecher mit dem Wort Frieden argumentiert. Sie betont, dass die Fake News Kampagnen und die fehlende Empathie für ukrainisches Leben zeigen, in was für einem Klima wir uns befinden. Tekkal kritisiert, dass die Regierung sich entkoppelt hat und dass die Menschen sich weder gesehen noch gehört fühlen. Sie betont, dass es einen Unterschied zwischen Aktivismus und Aktivismus gibt und dass der Aktivismus, der etwas im Leben anderer verändert, der wertvolle ist.

Wert der Werte und die Bedeutung von Verbindung [1:04:37]

Tekkal fragt, was uns der Wert der Werte wert ist und betont, dass es um die Verbindung, die Menschlichkeit und die Solidargemeinschaft geht. Sie erklärt, dass wir von diesem Klima meilenweit entfernt sind, weil wir uns in alle unterschiedlichen Richtungen verteidigen müssen. Tekkal betont, dass Streit ganz wichtige Kontaktstellen sind und dass wir uns nur noch in Echokammern bewegen, was zu Parallelwahrheiten führt. Sie fordert, über die Spur des Geldes nachzudenken und zu fragen, wer für Demokratie bezahlt.

Herausforderungen und gemeinsame Punkte [1:05:10]

Tekkal betont, dass es in Forzheim unterschiedliche Herausforderungen und Erfahrungswerte gibt und dass wir trotzdem zusammengekommen sind, um uns darüber auszutauschen. Sie erklärt, dass es wichtig ist, die gemeinsamen Punkte zu finden und dass Streit ganz wichtige Kontaktstellen sind. Tekkal betont, dass wir uns nur noch in Echokammern bewegen, was zu Parallelwahrheiten führt, die nicht mehr zueinander finden. Sie fordert, über die Spur des Geldes nachzudenken und zu fragen, wer für Demokratie bezahlt.

Fragen und Antworten: Extremistisches Denken und einfache Lösungen [1:08:17]

Ein Zuhörer fragt nach Tekkals Meinung zu der Aussage, dass extremistisches Denken daher kommt, dass in einer komplexen Welt zu einfache Lösungen gesucht werden. Tekkal antwortet, dass das Beispiel des Zuhörers zeigt, warum Demokratie lebendig sein muss und die Herrschenden hinterfragt werden müssen. Sie betont, dass es keine einfachen Antworten auf Extremismus gibt und dass man es erlebt haben muss, um zu verstehen, was in einer solchen Gesellschaft passiert.

Fragen und Antworten: Politische Straftaten und die Rolle der AfD [1:14:41]

Ein Zuhörer fragt, warum sich demokratische Parteien so schwer tun, klar Schiff gegen die AfD zu machen. Tekkal antwortet, dass die AfD jeden Tag zeigt, wer sie ist, und dass die Frage ist, wie sich demokratische Parteien verhalten. Sie erklärt, dass die AfD ihren Zulauf aus Islamhass und Ausländerhass bekommt und dass die demokratischen Parteien die Brandmauer eingerissen haben. Tekkal betont, dass Deutschland sich abschafft, wenn keine Migration mehr zugelassen wird, und dass es um die Wertefrage geht.

Fragen und Antworten: Differenzierung und die Rolle des Verfassungsschutzes [1:20:01]

Ein Zuhörer kritisiert, dass Menschen, die nicht dem grünen oder SPD-Weltbild entsprechen, schnell zum Gegner erklärt werden. Tekkal antwortet, dass das Beispiel des Zuhörers zeigt, dass das, was er wiedergibt, nicht dem entspricht, was sie gesagt hat. Sie betont, dass sie nicht gesagt hat, dass der gesamte Osten nicht integrierbar wäre, sondern von dem Phänomen gesprochen hat, dass es dort die Unzufriedenheit dazu geführt hat, sich für die AfD zu entscheiden.

Fragen und Antworten: Islam und Extremismus [1:26:01]

Ein Zuhörer fragt, warum zwischen Religion und Extremismus mittlerweile sehr oft vermischt wird, insbesondere im Fall des Islams. Tekkal antwortet, dass die Dämonisierung von bestimmten Religionsgruppen für Oberwasser von bestimmten Parteien gesorgt hat und dass diese Vermischung nicht gelingt, weil es an Kenntnis fehlt. Sie betont, dass die Würde des Menschen unantastbar ist und dass sie sich für jeden einsetzen wird, der von Islamophobie betroffen ist.

Fragen und Antworten: Mehrheitsdemokratie und Resilienz [1:30:57]

Ein Zuhörer fragt, wie wir wieder dahin kommen, dass wir aushalten, dass wir keine Mehrheitsdemokratie haben, sondern eine freiheitlich demokratische Grundordnung. Tekkal antwortet, dass Resilienz immer im Umperfekten entsteht und dass wir keine resiliente Gesellschaft sind, weil wir das nie gelernt haben. Sie betont, dass Europa der Sehnsuchtsort ist, weil es das Versprechen der Verteidigung von Freiheit und Frieden war.

Fragen und Antworten: Aktivismus und Werte [1:36:45]

Ein Zuhörer fragt nach den Werten im Titel des Vortrags und wo die Gemeinschaft geblieben ist, die er in der Nachkriegszeit erlebt hat. Tekkal antwortet, dass der Zuhörer als Erfahrungsmachender nicht so verführbar ist wie viele andere gegenwärtig und dass uns die Überlebenden aller Bereiche und Seiten ihre Zeit verlieren. Sie betont, dass die Geschichte Fukuyamas, das Ende der Geschichte, dass Demokratien weltweit daran genesen werden, nicht stimmt.

Fragen und Antworten: Lagerdenken und Spaltung [1:43:40]

Ein Zuhörer fragt, was man gegen das Lagerdenken und die Spaltung tun kann. Tekkal antwortet, dass das, was der Zuhörer beschreibt, ein Teil der Realität ist und dass die Polarisierung schon am Ende ist. Sie erklärt, dass es Pusher, Joiner, Stille, Brückenbauer und Sündenböcke gibt und dass die Pusher die Spaltung vorantreiben. Tekkal betont, dass jeder von uns dazu beitragen kann, Polarisierung abzubauen, indem wir die nicht gehörten Stimmen Schallverstärken und Nuancen in den Diskurs bringen.

Fragen und Antworten: AfD Verbot [1:49:24]

Ein Zuhörer fragt, was Tekkal dazu denkt, die AfD zu verbieten. Tekkal antwortet, dass das Verbot letzte Mittel sein muss und dass sie eher davor waren würde. Sie erklärt, dass das Verbot das gefundene Fressen für die AfD wäre und dass es mit Nichten dazu führen würde, dass die AfD an Sympathiepunkten verliert. Tekkal betont, dass die größte Gefahr der Rechtsextremismus ist und dass wir sehenden Auges darauf zulaufen, dass die AfD bei den nächsten Wahlen profitiert.

Abschluss und Dank [1:56:00]

Der Moderator bedankt sich bei Düzen Tekkal für den heutigen Abend und ihr engagiertes Plädoyer gegen Lagerdenken, Schweigen, Intoleranz und Extremismus und für Humanität, Dialog, Einmischen und Mut. Er lädt die Zuhörer zum weiteren Diskurs ein und macht auf die nächste Veranstaltung aufmerksam.

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Date: 5/17/2026 Source: www.youtube.com
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