Kurze Zusammenfassung
Das Video behandelt das Thema New Work und dessen Entwicklung von den Ursprüngen bis zur heutigen Anwendung. Es werden die zentralen Werte und Prinzipien von New Work erläutert, sowie Beispiele von Unternehmen gezeigt, die New Work in ihrer Organisation umsetzen. Abschließend wird ein kritischer Blick auf die Banalisierung des Begriffs geworfen und die Bedeutung der psychologischen Fundierung von New Work hervorgehoben.
- Ursprung in den USA der 1970er Jahre durch Friedhoff Bergmann.
- Revitalisierung des Konzepts durch globale Veränderungen und Wertewandel.
- Psychologische Fundierung als Schlüssel für erfolgreiche Umsetzung.
Einführung in das Thema Arbeit und New Work [3:38]
Die einleitenden Worte des Studium Generale begrüßen die Zuhörer und führen in das Thema Arbeit ein. Es wird betont, dass die Arbeitszufriedenheit einen wesentlichen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit hat. Eine Studie zeigt jedoch, dass nur ein geringer Prozentsatz der Arbeitnehmer vollkommen zufrieden mit ihrer Arbeit ist. Dabei spielen nicht nur monetäre Anreize eine Rolle, sondern vor allem das Arbeitsklima und die Unternehmenskultur. New Work setzt genau hier an und beschäftigt sich mit Fragen wie Autonomie, effiziente und kreative Arbeitsgestaltung, Sinnstiftung und dem Einsatz von Technologien zur Arbeitsunterstützung.
Vorstellung der Referentin Anja Schmitz [6:48]
Anja Schmitz, Professorin für Personalmanagement, wird vorgestellt. Ihr Studium der Arbeits- und Organisationspsychologie sowie ihre Forschungstätigkeit im Bereich Lehr-Lernprozesse, Führung und Kommunikation werden hervorgehoben. Nach ihrer Promotion arbeitete sie als Unternehmensberaterin und in der pharmazeutischen Industrie, bevor sie an die Hochschule wechselte. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Learning und Development, insbesondere New Work, New Learning und Employee Experience.
Einführung in den Begriff New Work [8:52]
Anja Schmitz begrüßt die Zuhörer und führt in das Thema New Work ein. Sie betont, dass der Begriff oft überstrapaziert wird und es wichtig ist, ihn genauer zu beleuchten. Die Präsentation ist in drei Teile gegliedert: den Ursprung von New Work, die Revitalisierung des Konzepts und die Frage, wie sich New Work weiterentwickeln wird.
Der Ursprung von New Work in Flint, Michigan [10:06]
Der Ursprung von New Work liegt in den USA, genauer gesagt in Flint, Michigan, dem Zentrum der amerikanischen Automobilindustrie. Die Gründung von General Motors im Jahr 1908 prägte die Stadt und schuf zahlreiche Arbeitsplätze. In den 1980er Jahren kam es jedoch zu einem Zeitalter der Transformation, ausgelöst durch die dritte industrielle Revolution, die Globalisierung und die Ölkrise. Diese Umfeldveränderungen führten zu einer massiven Entlassungswelle.
Friedhoff Bergmann und die Kritik an der Arbeitswelt [11:37]
Friedhoff Bergmann, ein in Deutschland geborener Sozialphilosoph, beobachtete und analysierte die Transformation in Flint. Er übte Kritik an den Arbeitsbedingungen in der Massenproduktion und am Kapitalismus als Wirtschaftssystem. Basierend auf diesen Kritiken stellte er die Frage, wie Erwerbsarbeit neu gedacht werden kann.
Die Idee der Neuen Arbeit und die zentralen Werte [16:31]
Bergmann entwickelte die Idee der Neuen Arbeit, eine Sozialutopie, die sich von der mühsamen Plackerei in den Fabriken abheben sollte. Er definierte fünf zentrale Werte: Selbstständigkeit, Freiheit, Teilhabe an der Gemeinschaft, Sicherheit und Sinn in der Arbeit. Um diese Utopie umzusetzen, gründete er Zentren für neue Arbeit, in denen versucht wurde, diese Werte zum Leben zu erwecken.
Die Dreiteilung der Arbeit nach Bergmann [21:25]
Bergmann schlug eine Dreiteilung der Arbeit vor: ein Drittel klassische Lohnarbeit, ein Drittel Hightech-Eigenproduktion zur Förderung der Selbstständigkeit und ein Drittel Arbeit, die man wirklich will, zur Sinnerfüllung. Diese Neukonzeption der Erwerbsarbeit sollte den Menschen in den Mittelpunkt stellen und seinen Wunsch nach Erfüllung und Sinnhaftigkeit berücksichtigen.
Die Revitalisierung von New Work ab 2011 [24:10]
Ab 2011 erlebte das Konzept New Work eine Revitalisierung, ausgelöst durch neue globale Veränderungen wie die vierte industrielle Revolution, zunehmenden Wettbewerb und globale Krisen. Hinzu kamen gesellschaftlich-soziale Entwicklungen wie der Fachkräftemangel, der Wertewandel, die Individualisierung und die Diskussion um mentale Gesundheit.
Veränderungen in der Arbeitswelt durch das Netzwerkzeitalter [30:39]
Das Netzwerkzeitalter erfordert eine Neugestaltung von Organisationen und Arbeit. Im Gegensatz zum alten Paradigma der Industrialisierung, das durch Stabilität, Hierarchie, Zentralisierung und Standardisierung geprägt war, sind heute Demokratisierung, Dezentralisierung, Selbstorganisation und ein Fokus auf Innovation und Kundenbedürfnisse gefragt. Der Arbeitsplatz selbst ist flexibler und ortsunabhängiger geworden.
Die neue Idee von New Work und die New Work Charta [38:34]
Die neue Idee von New Work ist ein Konzept zur Neugestaltung des Arbeitens in Organisationen. Im Zuge der Pandemie erfuhr das Konzept eine Umdeutung und es kam 2019 in Deutschland zur New Work Charta. Diese Charta, initiiert von Markus Fett, systematisiert New Work und gibt Unternehmen ein praktisches Rahmenwerk an die Hand.
Die fünf Prinzipien der New Work Charta [40:49]
Die New Work Charta definiert fünf Prinzipien: Freiheit, Selbstverantwortung, Sinn, Entwicklung und soziale Verantwortung. Freiheit bedeutet, Experimentierräume zu eröffnen und eine angstfreie Kultur zu schaffen. Selbstverantwortung bedeutet, Selbstorganisation zu fördern und Budgetverantwortung zu übertragen. Sinn bedeutet, die Unternehmensidentität zu stärken und sinnhaftes Gestalten zu ermöglichen. Entwicklung bedeutet, Menschen in ihren Entwicklungsprozessen zu unterstützen und kollektive Lernprozesse zu fördern. Soziale Verantwortung bedeutet, nachhaltig zu wirtschaften und die Welt für künftige Generationen zu erhalten.
Beispiele für die Umsetzung von New Work in Unternehmen [49:27]
Es werden Beispiele von Unternehmen gezeigt, die New Work in ihrer Organisation umsetzen. Otto investierte in Kulturarbeit und entwickelte fortschrittliche Instrumente. Die Sparkasse Bremen reagierte auf die Erwartungen der Generation Z und schuf eine neue Feedbackkultur. Ein mittelständisches Unternehmen passte sich dem Digitalisierungsschub an und berücksichtigte die veränderten Erwartungen der Mitarbeiter. Bosch Schweiz gestaltete Arbeitszeit und Arbeitsort flexibel.
Die am häufigsten eingesetzten Maßnahmen im Bereich New Work [59:10]
Laut dem New Work Barometer sind die am häufigsten eingesetzten Maßnahmen im Bereich New Work Arbeitsort-Autonomie, Arbeitszeit-Autonomie, der Einsatz mobiler Technologien und Selbstorganisation. Etwas davon abgeschlagen folgen eine offene Fehlerkultur, offene Bürokonzepte und agiles Arbeiten.
Kritische Betrachtung von New Work und die Banalisierung des Begriffs [1:01:20]
Es wird ein kritischer Blick auf die Banalisierung des Begriffs New Work geworfen. Friedhoff Bergmann kritisierte, dass New Work oft nur dazu diene, Lohnarbeit ein bisschen reizvoller zu machen. Es wird festgestellt, dass agile und digitale Methoden alleine nicht zu nachhaltig positiven Effekten führen, wenn sie nicht mit einer psychologischen Fundierung einhergehen.
Die Bedeutung der Psychologie der Mitarbeitenden für den Erfolg von New Work [1:05:17]
Die positiven Effekte von New Work treten ein, wenn die Mitarbeitenden die Maßnahmen der Organisation als bedeutsam, selbstbestimmt, kompetent und einflussreich erleben. Diese psychologischen Faktoren führen zu einem Gefühl des Empowerments und