Studium Generale HSPF – Uwe Schneidewind: „Urbane Zukunftskunst: Städte nachhaltig gestalten“

Studium Generale HSPF – Uwe Schneidewind: „Urbane Zukunftskunst: Städte nachhaltig gestalten“

Kurze Zusammenfassung

Der Vortrag von Uwe Schneidewind, Oberbürgermeister von Wuppertal, behandelt die Zukunft der Städte und die Herausforderungen bei der Umsetzung von Transformationen. Er betont die Notwendigkeit, technologische Innovationen mit ökonomischer Tragfähigkeit, politisch-institutionellen Rahmenbedingungen und kulturellen Werten in Einklang zu bringen.

  • Technologische Lösungen sind vorhanden, aber die Umsetzung scheitert oft an politischen und kulturellen Blockaden.
  • Ein Umdenken in der Denkmalpflege und im Vergaberecht ist erforderlich, um Innovationen zu fördern.
  • Die kulturelle Dimension spielt eine entscheidende Rolle, da unterschiedliche Wertvorstellungen und Interessen aufeinanderprallen.

Begrüßung und Einführung [0:04]

Frau Sandel eröffnet den Abend und begrüßt die Gäste, darunter Rektor Ulrich Utz und Prorektorin Ingela Tieze. Sie erwähnt Erich Kästners Buch "Der 35. Mai" als Beispiel für Zukunftsvisionen von Städten und leitet zum Thema des Abends über: Zukunftsvisionen von Städten, Automatisierung, Technologien und die Frage, wie diese Transformationen gelingen können.

Vorstellung von Uwe Schneidewind [4:03]

Frau Sandel stellt Uwe Schneidewind vor, der Betriebswirtschaftslehre studierte, promovierte und habilitierte. Seine Schwerpunkte waren Umwelt, Ökologie und Nachhaltigkeit. Er war Professor in Oldenburg und Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie. Seit 2020 ist er Oberbürgermeister von Wuppertal und engagiert sich in verschiedenen Institutionen wie dem Club of Rome.

Brücken zur Vergangenheit und zur Gegenwart [6:19]

Schneidewind bedankt sich für die Einladung und betont die Verbindung zwischen Wuppertal und Baden-Württemberg durch Unternehmergeist und Innovationskraft. Er erinnert an Ernst Ulrich von Weizsäcker und dessen Einfluss auf die Nachhaltigkeitsdebatte. Schneidewind erklärt, warum er sich als Transformationsforscher entschieden hat, Oberbürgermeister zu werden, um die Kluft zwischen Theorie und Praxis zu überbrücken.

Die Sinnkrise der Wissenschaft und der Ruf der Politik [13:29]

Schneidewind beschreibt die Sinnkrise, die er als Wissenschaftler erlebte, als er feststellte, dass trotz jahrelanger Forschung und Empfehlungen wenig Veränderung stattfand. Er erklärt, dass er sich dem Ruf der Politik stellte, um die Transformation aktiv mitzugestalten. Er betont, dass er sich auf die Fragen und Diskussionen freut, um gemeinsam Mechanismen zu finden, die Veränderung ermöglichen.

Zukunftskunst: Mehr als nur Analyse [18:40]

Schneidewind führt den Begriff "Zukunftskunst" ein, der die Gestaltung von Veränderungsprozessen in den Kategorien von Kunst betrachtet. Er betont, dass Veränderung viel mit Energien, Rhythmus, Kraft und Ästhetik zu tun hat. Er erklärt, dass "Zukunftskünstler" Menschen sind, die mit einem mehrdimensionalen Verständnis aktiv solche Veränderungsprozesse gestalten.

Technologische und ökonomische Dimensionen [23:21]

Schneidewind erläutert, dass Deutschland und insbesondere Baden-Württemberg in der technologischen Entwicklung sehr gut aufgestellt sind. Er nennt Beispiele wie Solarzellen, Wärmepumpen und Elektromobilität. Er betont, dass die ökonomische Dimension ebenfalls wichtig ist, um aus technologischen Möglichkeiten Business Cases für Unternehmen zu machen.

Politisch-institutionelle Hindernisse [30:50]

Schneidewind beschreibt die politischen und institutionellen Hindernisse, die er als Oberbürgermeister erlebt. Er kritisiert den "Regulierungswahnsinn" und die Schwierigkeit, Gesetze gesetzeskonform umzusetzen und gleichzeitig die Stadt voranzubringen. Er nennt Beispiele wie Vergaberecht, Denkmalschutz und Baugesetzgebung, die Veränderungen erschweren.

Finanzierung des Wandels [42:36]

Schneidewind betont die Bedeutung der Finanzierung des Wandels und vergleicht Baden-Württemberg mit Nordrhein-Westfalen. Er kritisiert die Querfinanzierung des Nahverkehrs durch die Gewinne der Stadtwerke und fordert neue Finanzierungsquellen. Er spricht sich für neue Modelle der Public Private Partnerships aus, um privates Kapital für den Umbau zu mobilisieren.

Kulturelle Blockaden und Wertvorstellungen [47:03]

Schneidewind beschreibt die kulturellen Blockaden, die er als Oberbürgermeister erlebt. Er betont, dass hinter der Idee nachhaltiger Entwicklung eine Wertvorstellung davon steht, wie Menschen miteinander umgehen. Er kritisiert die Rückkehr zu anderen Formen des "Wir" und die Infragestellung humanistischer Werte. Er nennt die Mobilitätsdebatte als Beispiel für einen emotional aufgeladenen Konflikt.

Demokratie und Kulturkampf [1:01:27]

Schneidewind betont die Bedeutung der Demokratie und warnt vor den Gefahren des Kulturkampfes. Er erklärt, dass bei einem Sieg der anderen Seiten nicht nur große Teile der Demokratie, sondern auch die dahinter stehenden Werte abgeräumt würden. Er betont, dass es wichtig ist, das demokratische Spektrum zusammenzuhalten und sich nicht an Debatten festzubeißen, die die Demokratie erodieren.

Fragen und Diskussion [1:04:39]

Es folgt eine Fragerunde, in der Schneidewind auf die Fragen des Publikums eingeht. Er betont die Bedeutung von zukunftsorientierten Projekten und die Notwendigkeit, die Demokratie zu verbessern. Er spricht über die Rolle der Europäischen Union und die Chancen der Sustainable Finance. Er diskutiert die Frage, wie viel Technologie für die Lösung von Problemen benötigt wird.

Abschluss [1:15:59]

Frau Sandel bedankt sich bei Herrn Schneidewind für den Vortrag und lädt zum nächsten Vortrag im Studium Generale ein. Sie lädt die Gäste zu einem Glas Wein und Gesprächen ein.

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Date: 5/17/2026 Source: www.youtube.com
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